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Osteopathie Praxis Berlin

Normen Wolke, M.Sc. D.O., Osteopath und Heilpraktiker


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Faszien sind Bindegewebe die unsere Muskeln umschließen

Unsere innere Hülle

Faszien, das menschliche kollagene Bindegewebsnetzwerk,
rückt zunehmend ins Rampenlicht aktueller medizinischer Forschung im In- wie Ausland. In der Osteopathie gelten Faszien schon lange als eigenständiges Körperorgan.

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Faszien kurz erklärt

Die Themen im Überblick

- Ein Trend in den Medien
- Faszien halten alles zusammen
- Die Funktion der Faszien

Ein Trend in den Medien

Mit der Diskussion in den öffentlichen Medien (zum Beispiel bei ARD, SWR 2, Spiegelonline, Die Welt, Brigitte.de*) wurde zunehmend auch in medizinisch / therapeutischen Kreisen das Interesse für das Fasziengewebe geweckt.
Diese Entwicklung erfreut sich breiter Unterstützung bei Osteopathen. Denn dieser faszinierende und wichtige Aspekt des menschlichen Körpers wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts von dem Gründungsvater der Osteopathie, Dr. Andrew Taylor Still, beschrieben. Entsprechend seiner anatomisch physiologischen Betrachtungen wurden die faszialen Körpergewebe als eigenständiges Körperorgan eingestuft, dem besondere therapeutische Beachtung erteilt wird.

Abbildung von Faszien - Gewebe des Lebens

 

Die Seele des Menschen mit all ihren Strömen puren Lebenssaftes scheint in den Faszien des Körpers zu fließen (...).
Ich kenne keinen Teil des Körpers, der es den Faszien als Forschungsfeld gleich tun kann. Ich glaube das sich beim Studium der Faszien mehr reichhaltige und goldene Einsichten auftun werden, als bei irgend einem anderen Aspekt des Körpers.

(Andrew Taylor Still, 1899)

 

 

Faszien halten Muskeln, Sehnen, Knochen, Gefässe und Nerven zusammen

Faszien sind ein Derivat des Bindegewebes und haben denselben Gewebe-Ursprung wie Knochen, Sehnen, Skelettmuskulatur, Blut- und Lymphgefäße, Blutkörperchen und die Milz. Sie bilden sich aus dem embryologischen Ursprungsgewebe des Mesoderms. Daraus lässt sich die spätere Funktion der Faszien als schützendes, konstruierendes, und regulierendes Körpergewebe ableiten.

Die Faszien erfüllen eine wichtige Schutzfunktion: Durch die Errichtung von Barrieren verhindern sie das Eindringen von Fremdkörpern und erfüllen mittels phagozytierender Zellen in den Geweben eine immunitäre Abwehrfunktion.
Die Faszien sind ein konstruierendes Körpergewebe: Aus histologischer Sicht lassen sich Faszien, in Abhängigkeit des jeweiligen Autors (Friedlin 2003), als verschiedene Arten von faserigem, lockerem und geordnetem Bindegewebe zusammenfassen. Dieses vielverzweigte Netzwerk an faserigen Verbindungen wird durch die auf das Körpergewebe einwirkenden Wachstums- Belastungs- und Stressfaktoren beeinflusst.

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Es wurde nachgewiesen, dass das Form- und Belastungsverhalten eines Körpers durch die Faszien mehr beeinflusst wird als durch die darin liegenden Festkörper  (Knochen, Organe,...) (Myers 2001).
Einige Autoren benennen die Faszien auch als „Organ der Form“ (Varela 1987, Rolf 1997) und als tragendes Organ des Körpers. Zum besseren Verständnis wird das Fasziennetz häufig als archtiktonische "Tensegrity Struktur" (engl. „tension“ = Zugspannung, „integrity“ = Ganzheit) beschrieben. Es handelt sich hierbei um ein stabiles, selbsttragendes Konstrukt, das aufgrund einer „ganzheitlichen Druck- und Zugspannung“ seine eigene Form bewahrt und auftretende Belastungen absorbiert. (siehe das von Buckminster Fuller (1954) und Snelson beschriebenen „Tensegrity Modell“).

Die Faszien regulieren die Körperfunktionen

Den meisten Menschen ist es nicht bekannt, dass unsere Muskeln mit ihren Faszien unsere reichhaltigsten Sinnesorgane sind, und unser zentrales Nervensystem die meisten sensorischen Informationen von ihnen erhält (ca 25 % Golgi- Pacini- und Ruffini-Rezeptoren und 75 % aus freien Nervenendungen (Schleip 2004)). Das Bindegewebe ist also reich an nervalen (Nerven und Rezeptoren, Schmerzrezeptoren) und vaskulären (Arterien und Venen) Strukturen.

Abbildung des Tensegrity Modell
Abbildung des Tensigrity Model. Unser therapeutisches Handeln wird auch dadurch bestimmt, wie wir uns den menschlichen Körper vorstellen.

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Andrew Taylor Still  beschrieb die sensorische Funktion der Faszien:

„Wenn man mit den Faszien arbeitet, behandelt man die Zweigstellen des Gehirns; und nach den allgemeinen Geschäftsregeln haben die Zweigstellen gewöhnlich die gleichen Eigenschaften wie die Zentrale. Also warum sollte man die Faszien nicht mit dem gleichen Maß an Respekt behandeln wie das Gehirn selbst“ (Still 1899).

Weiterhin ist anzumerken, dass diese freien Nervenenden als „Fühler des autonomen Nervensystems“ funktionieren und Reize der Ruffini-Rezeptoren und freien Nervenendungen direkt das vegetative Nervensystem stimulieren (Schleip 2004). Insofern können die Faszien als „Eintrittstor zum Vegetativum“ beschrieben werden um mittels manueller therapeutischer Reize auf das autonome Nervensystem einzuwirken. In Tierversuchen wurde bereits nachgewiesen, dass tiefer, langsamer Druck auf die Bauchregion eine allgemeine parasympathische Reaktion auslöst (Folkow 1962).

Ein weiterer Aspekt betrifft die aktive Faszienregulation die mittels Belastungstests an menschlichen Faszien untersucht wurde. Yahia beschreibt seine Untersuchungsergebnisse mit dem Resumé, dass in den Faszien eine aktive Gewebekontraktion mittels kontraktiler Zellen nachgewiesen wurde ähnlich der glatten Muskelzellen im Darmgewebe (Yahia 1993, Staubesand 1996). Es scheint wahrscheinlich das diese aktiven und kontraktilen Elemente der Körperfaszien zu einer Faszienvorspannung des Bewegungsapparates führen, um Kampf / Fluchtreflexe zu intensivieren. Dieses bestätigen die Untersuchungen von Garfin, der zeigen konnte, dass die Festigkeit der faszialen Muskelhülle einen signifikanten Einfluss auf die Muskelkraft hat (Garfin 1981).

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Faszienmobilisation und Faszientraining gegen den Schmerz

Gezieltes Training der Faszien kann in manchen Fällen gegen Rückenschmerzen und Knieprobleme helfen. Lange Zeit stand ein gezieltes Faszientraining gar nicht im Fokus der Schmerzlinderung, da die Bedeutung der Faszien völlig unterschätzt wurde. Das ändert sich gerade grundlegend.

Faszienmobilisation und Faszientraining

* Faszien in den Medien, Quellen zum Weiterlesen:

Wie behandelt ein Osteopath?

Was genau macht eigentlich der Osteopath bei der Behandlung und wie funktioniert diese? Antworten auf diese Frage und weitere interessante Aspekte erfahren Sie auf der folgenden Seite.

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